Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel) bezeichnet einen Zustand, bei dem der Blutzuckerwert über dem normalen Bereich liegt. Klinisch relevant und behandlungsbedürftig sind Werte ab 180 mg/dl (10 mmol/l). Unbehandelt kann eine Hyperglykämie zu schweren Komplikationen führen.
Ursachen
Hyperglykämie entsteht durch ein Ungleichgewicht zwischen Insulin und Glukosebedarf. Häufige Auslöser sind:
- Insulinmangel bei Typ-1-Diabetes
- Insulinresistenz bei Typ-2-Diabetes
- Infektionen, Stress oder Entzündungen
- Zu hohe Kohlenhydratzufuhr
- Bestimmte Medikamente (z. B. Kortison)
- Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse
Symptome
Typische Anzeichen einer Hyperglykämie sind:
- Starker Durst (Polydipsie) und häufiges Wasserlassen (Polyurie)
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Verschwommenes Sehen
- Trockene Haut und Juckreiz
- Bei schweren Verläufen: Übelkeit und Bauchschmerzen
Schweregrade und Komplikationen
| Schweregrad | Blutzuckerwert | Mögliche Komplikationen |
|---|---|---|
| Leichte Hyperglykämie | 180–250 mg/dl | Meist symptomarm |
| Schwere Hyperglykämie | > 250 mg/dl | Dehydrierung, Ketoazidose |
| Hyperglykämisches Koma | > 600 mg/dl | Lebensbedrohlicher Notfall |
Akutmanagement
Bei leichter Hyperglykämie helfen folgende Maßnahmen:
- Insulindosis anpassen (nach Rücksprache mit dem Arzt)
- Ausreichend zuckerfreie Flüssigkeit trinken
- Leichte körperliche Bewegung (außer bei Ketose)
- Blutzucker engmaschig kontrollieren
Bei schwerer Hyperglykämie oder Verdacht auf Ketoazidose ist sofortige ärztliche Hilfe erforderlich.
Weiterführende Informationen:
→ Diabetes mellitus – Wissen und Übersicht
→ Warum Hyporest
→ Hypoglykämie
Quellen
- Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). S3-Leitlinie „Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2“. Stand 2025. Verfügbar unter: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien.
- American Diabetes Association. Standards of Medical Care in Diabetes—2026. Diabetes Care. 2026;49(Suppl 1). Verfügbar unter: diabetesjournals.org.
- Robert Koch-Institut (RKI). Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Diabetes mellitus in Deutschland. Berlin 2024.
- International Diabetes Federation (IDF). IDF Diabetes Atlas. 11th edition. Brussels 2025. Verfügbar unter: diabetesatlas.org.
Wichtiger Hinweis:
Die Informationen in diesem Lexikon-Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen und unverbindlichen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden konsultieren Sie bitte immer einen Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft. Die Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2026
