Diabetisches Fußsyndrom


Das diabetische Fußsyndrom (DFS) ist eine der schwerwiegendsten Langzeitkomplikationen bei Diabetes mellitus. Durch die Kombination aus Nervenschäden (Neuropathie), Durchblutungsstörungen und erhöhter Infektanfälligkeit entstehen offene Wunden, Geschwüre und im schlimmsten Fall Amputationen.

Ursachen und Risikofaktoren

Das DFS entsteht meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Diabetische Neuropathie (Verlust des Schmerz- und Temperaturempfindens)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK – Durchblutungsstörungen)
  • Fehlbelastungen durch Fußdeformitäten
  • Schlechte langfristige Blutzuckereinstellung
  • Rauchen, hohes Alter und lange Diabetesdauer

Symptome

Aufgrund der Neuropathie werden Verletzungen oft spät bemerkt:

  • Rötung, Schwellung oder Überwärmung am Fuß
  • Offene Wunden oder Druckstellen (besonders an Ballen, Zehen, Ferse)
  • Veränderte Fußform (Hammerzehen, Charcot-Fuß)
  • Infektionen mit Eiter, Fieber oder üblem Geruch

Stadieneinteilung nach Wagner

Stadium Klinischer Befund
Grad 0 Kein Ulkus, aber Risikofuß (z. B. Neuropathie oder Deformität)
Grad 1 Oberflächliches Ulkus
Grad 2 Tiefes Ulkus bis zu Sehnen oder Knochen
Grad 3 Tiefes Ulkus mit Abszess oder Knochenentzündung (Osteomyelitis)
Grad 4 Teilamputation (Zehen oder Vorfuß)
Grad 5 Gangrän des gesamten Fußes

Therapie und Prävention

Die Behandlung erfolgt interdisziplinär und umfasst:

  • Konsequente Druckentlastung (Spezialschuhe, Gehgips, Rollstuhl)
  • Professionelle Wundversorgung und Infektionsbehandlung
  • Verbesserung der Durchblutung (z. B. Gefäßoperation)
  • Optimale Blutzuckereinstellung

Prävention ist entscheidend: Tägliche Fußkontrolle, geeignetes Schuhwerk und regelmäßige podologische Behandlung senken das Amputationsrisiko deutlich.

Weiterführende Informationen:
Diabetes mellitus – Wissen und Übersicht
Warum Hyporest
Diabetische Neuropathie

Quellen

  1. Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). S3-Leitlinie „Diabetisches Fußsyndrom“. Stand 2025. Verfügbar unter: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien.
  2. American Diabetes Association. Standards of Medical Care in Diabetes—2026. Diabetes Care. 2026;49(Suppl 1). Verfügbar unter: diabetesjournals.org.
  3. Robert Koch-Institut (RKI). Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Diabetes mellitus in Deutschland. Berlin 2024.
  4. International Diabetes Federation (IDF). IDF Diabetes Atlas. 11th edition. Brussels 2025. Verfügbar unter: diabetesatlas.org.

Wichtiger Hinweis:
Die Informationen in diesem Lexikon-Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen und unverbindlichen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden konsultieren Sie bitte immer einen Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft. Die Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2026