Insulin on Board (IOB)


Insulin on Board (IOB), auch „aktives Insulin“ genannt, ist die Menge an Insulin, die nach einer Bolusgabe noch im Körper wirkt und den Blutzucker weiter senkt. Die richtige Berücksichtigung von IOB ist entscheidend, um Insulin-Stapelungen (Stacking) und dadurch schwere Hypoglykämien zu vermeiden.

Warum IOB wichtig ist

Insulin wirkt nicht sofort, sondern hat eine Wirkdauer von meist 3–5 Stunden. Wenn innerhalb dieser Zeit ein neuer Bolus gegeben wird, addiert sich die Wirkung. Moderne Insulinpumpen und Bolusrechner berechnen IOB automatisch und ziehen die noch aktive Insulinmenge von einem neuen Bolus ab.

Praktische Bedeutung

  • Vermeidung von Insulin-Stacking und schweren Unterzuckerungen
  • Sichere Korrektur von erhöhten Blutzuckerwerten
  • Bessere Planung bei Sport, Mahlzeiten und nachts
  • Automatische Berechnung in modernen Insulinpumpen und CGM-Apps

Einflussfaktoren

Die Wirkung von IOB wird beeinflusst durch:

  • Insulinart (schnell wirkende Analoga haben eine kürzere Wirkdauer)
  • Körperliche Aktivität (Sport verstärkt die Wirkung)
  • Individuelle Resorptionsgeschwindigkeit

Weiterführende Informationen:
Diabetes mellitus – Wissen und Übersicht
Warum Hyporest
Bolusrechnung

Quellen

  1. Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). S3-Leitlinie „Insulintherapie“. Stand 2025. Verfügbar unter: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien.
  2. American Diabetes Association. Standards of Medical Care in Diabetes—2026. Diabetes Care. 2026;49(Suppl 1). Verfügbar unter: diabetesjournals.org.
  3. Robert Koch-Institut (RKI). Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Diabetes mellitus in Deutschland. Berlin 2024.
  4. International Diabetes Federation (IDF). IDF Diabetes Atlas. 11th edition. Brussels 2025. Verfügbar unter: diabetesatlas.org.

Wichtiger Hinweis:
Die Informationen in diesem Lexikon-Artikel dienen ausschließlich der allgemeinen und unverbindlichen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Therapie. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden konsultieren Sie bitte immer einen Arzt oder eine qualifizierte medizinische Fachkraft. Die Inhalte wurden mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt, dennoch können Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2026