Lipohypertrophie


Lipohypertrophie, im Alltag oft als „Spritzhügel“ bezeichnet, ist eine Verdickung des Unterhautfettgewebes an Stellen, an denen häufig Insulin gespritzt oder ein Infusionsset gesetzt wird. Das veränderte Gewebe führt zu einer verzögerten und unregelmäßigen Aufnahme des Insulins und ist eine der häufigsten Ursachen für unvorhersehbare Blutzuckerschwankungen.

Ursachen

Lipohypertrophie entsteht durch wiederholte mechanische Reizung und die lokale fettfördernde Wirkung des Insulins. Hauptursachen sind:

  • Immer wieder dieselbe Einstichstelle verwenden
  • Fehlende oder zu kurze Rotation der Injektionsstellen
  • Wiederverwendung von Pen-Nadeln
  • Zu flacher Einstichwinkel oder zu kurze Nadeln

Folgen

Das veränderte Gewebe nimmt Insulin schlechter und unregelmäßiger auf. Dadurch kommt es zu:

  • Verzögertem Wirkungseintritt des Insulins
  • Starken Blutzuckerschwankungen (hohe Werte nach Spritzen, späte Unterzuckerungen)
  • Oft höheren Insulindosen, obwohl das Insulin im Hügel „verpufft“
  • Schlechterem HbA1c trotz hoher Dosen

Diagnostik

Die Erkennung erfolgt durch:

  • Regelmäßige Inspektion und Abtasten der Injektionsstellen
  • Tastbare Verhärtungen oder sichtbare Vorwölbungen

Prävention und Behandlung

Die wichtigste Maßnahme ist die konsequente Rotation der Injektionsstellen. Weitere Empfehlungen:

  • Betroffene Stellen mindestens 4–8 Wochen meiden, bis das Gewebe sich zurückgebildet hat
  • Systematische Rotationspläne (z. B. Uhrenschema am Bauch)
  • Immer neue Pen-Nadeln verwenden
  • Bei Insulinpumpen: Infusionsset alle 2–3 Tage wechseln und rotieren

Weiterführende Informationen:
Diabetes mellitus – Wissen und Übersicht
Warum Hyporest
Insulinpumpentherapie (CSII)

Quellen

  1. Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). S3-Leitlinie „Insulintherapie“. Stand 2025. Verfügbar unter: www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/leitlinien.
  2. American Diabetes Association. Standards of Medical Care in Diabetes—2026. Diabetes Care. 2026;49(Suppl 1). Verfügbar unter: diabetesjournals.org.
  3. Robert Koch-Institut (RKI). Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Diabetes mellitus in Deutschland. Berlin 2024.
  4. International Diabetes Federation (IDF). IDF Diabetes Atlas. 11th edition. Brussels 2025. Verfügbar unter: diabetesatlas.org.

Wichtiger Hinweis:
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Zuletzt aktualisiert: 26. Februar 2026